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Andreas Tschappu


Der Zuger Künstler Andreas Tschappu, geboren 1951, zeichnet, malt und collagiert, seit er denken kann. Mit treuer Ernsthaftigkeit hält er die Welt fest, wie sie ihm entgegentritt: direkt auf seinen vielen Reisen und Ausflügen, oder vermittelt durch Kaffeerahm-Deckeli und Werbeprospekte, durch Bilder in der Presse, in Kunst- und Geschichtsbüchern. Mit naiv-sicherem Gespür für Formen und Farben und einem mutigen Strich gestaltet Tschappu Landschaften mit Seen und Bergen, Bahnen und Schiffe und Autos und Flugzeuge, oder Stadtansichten und -szenen. Besonders angetan haben es Tschappu all die Frauen, die in den Medien Beachtung finden, von der Oldtimer-Mechanikerin über die Cervelat-Prominente bis zum Supermodel. In seiner bekanntesten Werkgruppe kombiniert er «seine» Themen zu dreidimensionalen Miniatur-Welten, die er aus innen und aussen bemalten und beklebten Zigarrenkistchen oder Weinschachteln konstruiert und mit Zwischenböden und selbstgebasteltem Liliput-Mobiliar ausstattet.
Auf allen seinen Werken vermerkt Tschappu getreulich das Datum der Entstehung; oft nennt er den abgebildeten Ort oder übernimmt wörtlich Bildlegenden. Insbesondere die Plapper-Textchen aus den Klatschheften erfahren dabei eine wundersame Verwandlung. Wenn Tschappu sie handschriftlich auf seinen Bildern festhält und verewigt, ihnen künstlerisches Gewicht und zeitliche Dauer zumisst, kehrt sich ihre ironiefreie Ernsthaftigkeit unversehens gegen sie selbst und reizt zum Lachen. Tschappu ist in dieser Hinsicht in seiner Kunst ein Verwandter des braven Soldaten Schwejk und anderer Schelme, deren vermeintlich naiver Blick auf die Welt uns die Augen öffnet.


Andreas Tschappu arbeitet seit Beginn in der Kunstwerkstatt, also seit 2012. Im Herbst 2016 zeigte er einen Querschnitt seiner Kistchen und Bilder in der Galerie bolwijerkanal 23 in Zug (Ausstellung).



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